Der alte Dom zu Mainz Der alte Dom zu Mainz
1956

Wiedereinweihung

Einweihung nach Wiederaufbau im schlichten, teilweise historisierenden Stil. Weite Teile der Erdgeschoss-Zone werden aus Backstein erneuert, mit Ausnahme der beiden Chorräume.

Aus Sicht der Kirchengemeinde war die vordringlichste Aufgabe die Einrichtung einer Notkirche im südlichen Seitenschiff. Dies geschah gleich zu Beginn der Arbeiten im Spätjahr 1949. So konnten an St. Johannis noch im selben Jahr wieder Gottesdienste gefeiert werden.

Die Wiederaufbauarbeiten am eigentlichen Sakralbau erfolgten wesentlich stockender und nahmen – auch wegen der knappen gesamtkirchlichen Mittel – mehr Zeit in Anspruch als ursprünglich geplant. Sie wurden nach den Plänen des Architekten Karl Gruber durchgeführt, der die Kirche in einem sachlich schlichten, teilweise historisierenden Stil wieder aufbaute.

Laut eigener Aussagen war sein Ziel, so viel historische Bausubstanz wie möglich zu erhalten. Dieses Ziel wurde vor allem in den beiden Chören und in den oberen Zonen des Baus erreicht, wo die vorhandene Bausubstanz lediglich ausgebessert und stabilisiert wurde. Warum dagegen im Langhaus fast der gesamte Erdgeschossbereich mit Backstein neu aufgemauert wurde, lässt sich heute nicht mehr herausfinden.

Das Raumgefühl des Gruber’schen Kirchenraums wurde wesentlich geprägt vom Einzug einer hölzernen Spitztonnendecke und der Orgelempore im Ostchor sowie der Freisetzung der gotischen Fenster im Westen. Dadurch verwandelte sich der Westen wieder in einen lichtdurchfluteten Raum mit viel Platz für den freistehenden Altar. Auch bei diesem evangelischen Umbau blieben die Seitenschiffe weiterhin für die Nutzung als Gemeinderäume abgetrennt.