Der alte Dom zu Mainz Der alte Dom zu Mainz
18. Jahrhundert

Barocke Veränderungen

St. Johannis erfährt umfangreiche Umbauten: Das gotische Chörlein verschwindet, an der Ostseite entsteht ein neuer Haupteingang. Die Kirche richtet sich entspechend zum Westen aus indem sie einen Hochaltar im gotischen Westteil erhält.

Etwa 1730 wurde das Bodenniveau erhöht und mit Platten ausgelegt, die bündig an das Chörlein anschlossen, möglicherweise in dem Versuch, sich dem Straßenniveau anzupassen. Der Ostchor wurde verkleinert und in die neuen Ostfassade der Haupteingang gelegt. Dadurch verlor das Viktorsstift seinen Altarraum und es ist unklar, wo das Stift sein neues liturgisches Zentrum erhielt.

1767 wurde der Verbindungsgang (Paradiesgang) zwischen neuem und altem Dom durch ein Feuer zerstört. In dieser Zeit entschloss man sich wohl, die Kirche innen völlig neu zu gestalten, um sie an das barocke theologische Zeitverständnis anzupassen. Das gotische Chörlein wurde abgerissen, Schiff und Chor wurden erneut höher gelegt und, da eine Ostung nicht mehr liturgisch notwendig war, wurde der Hochaltar an die Westmauer gelegt. Schiff und Chor wurden erneut höher gelegt, der Altarraum durch eine geschwungene Schrankenanlage abgetrennt, die Mittelachse mit Holzgewölben versehen. Die aufwendigen barocken Verzierungen sind heute nicht mehr nachvollziehbar, da durch die französische Revolution auch in Mainz die Säkularisierung und damit einhergehend eine Versteigerung des Kirchenschmucks stattfand.