Der alte Dom zu Mainz Der alte Dom zu Mainz
Ab Mitte des 3. Jahrhundert

Römische und fränkische Zeit

Bereits Mitte des 3. Jh. n. Chr. gab es in Mainz römische Bebauung. Spuren einer Großarchitektur mit unbekannter Funktion datiert man auf etwa das 4. Jh., diese wurde im 5. / 6. Jh. möglicherweise als Kirche genutzt und ab dem 6. Jh. vielleicht sogar zur Bischofskirche. In jedem Fall zeugen Mauerreste, Pfeilerfundamente und Fußböden von spätantiken, bzw. frühmittelalterlichen Baumaßnahmen (4.-6. Jhd.) innerhalb der heutigen Kirche.

 Es handelt sich hierbei um Gebäude von monumentalen Ausmaßen: eines mit einer Breite von etwa 22 Metern, ein weiteres, 14 Meter breites an der Stelle des heutigen Ostchores, mit noch erhaltenen Mauern von 15 Metern Höhe. Außergewöhnlich ist, dass sich in diesen 1500 Jahre alten Mauern noch Rundbogenfenster und kreisrunde Fenster nachweisen lassen, nur wenige Meter versetzt zu den heutigen Fenstern (mit ähnlichen Ausmaßen) im nachfolgend errichteten Ostchor.

Genaue Form und Funktion dieser Architekturen lassen sich archäologisch noch nicht beantworten. Allerdings sind uns Gedichte von Venantius Fortunatus überliefert, der wohl um 566 zu Gast in Mainz beim gallo-römischen Bischof Sidonius war:

Hochaufragend glänzt die Halle der Heiligen Taufe
Dieses Gebäude hat der Bischof Sidonius erbaut,

der die Verehrung Gottes förderte durch Erneuerung von Kirchen.

Das genannte Taufhaus (Baptisterium/ Halle der Heiligen Taufe), von dessen beeidruckenden, hochaufragenden Mauern uns Venantius berichtet, ist zwar noch nicht gefasst. Doch möglicherweise blicken wir im Mittelschiff und Osten der Kirche auf Böden und Mauern der Bischofskirche des Sidonius. Dafür spricht auch, dass das spätere Kirchengebäude in vielen Punkten auf diese ursprüngliche Bebauung Bezug nimmt.