Der alte Dom zu Mainz Der alte Dom zu Mainz
Endlich!

Sarkophag öffne Dich!

Unter großem Interesse von vielen Pressevertretern und geladenen Gästen ließen die Wissenschaftler in St. Johannis den ca. 1000 Jahre alten Sarkophag öffnen. Forschungsleiter Dr. Guido Faccani: „Dieser Moment ist geistig bewegend und konfrontiert uns mit Vergänglichkeit und Hoffnung gleichermaßen.“

Das Ereignis hat historischen Charakter: Ein vierzehnköpfiges Team aus Archäologen, Anthropologen und Textilwissenschaftlern wartet gespannt, als der Kran der Dombauhütte den 700 kg schweren Sarkophagdeckel anhebt und langsam zur Seite schwenkt.

Forschungsleiter Dr. Guido Faccani hat ein halbes Jahr auf diesen Moment hingearbeitet und dann erwartet ihn doch ein überraschendes Bild: Der Bestattete – offensichtlich in priesterlichem Ornat – ist fast vollständig zersetzt. Sein Gewand ist noch in Resten vorhanden, doch das Skelett und sogar der Schädel sind beinahe restlos vergangen. Faccanis erste Mutmaßung: „Der Tote wurde mit Ätzkalk übergossen, um den Verwesungsprozess zu beschleunigen und einer Geruchsentwicklung im Innenraum der Kirche entgegen zu wirken.“

Beinahe umgehend treten Anthropologen und Textilfachleute in Aktion und entnehmen Gewebe- und Stoffproben zur Analyse. Das Ziel: Eine Datierung und Identifizierung des Bestatteten. Noch ist nicht ausgeschlossen, dass es sich dabei um den Bischoff Erkanbald handelt. Doch bis alle Labor- und Analyseergebnisse vorliegen, wird die Geduld aller Interessierten noch einige Wochen auf die Probe gestellt. Und selbst dann ist nicht gesichert, dass eine zweifelsfreie Identifizierung möglich sein wird.