Der alte Dom zu Mainz Der alte Dom zu Mainz
600 - 900

Der frühmittelalterliche Dom

Die Dimensionen dieser Kirche waren in den Augen der frühmittelalterlichen Menschen monumental und beeindruckend, und zeugten von der Bedeutung des Bischofssitzes. Spätestens im ausgehenden Frühmittelalter stand hier ein Gebäude von 40 Metern Länge, 30 Metern Breite und basilikalen Querschnitt (d.h. überhöhtes Mittelschiff und tiefer ansetzende Seitenschiffe). Unter dem Westbau befand sich eine Krypta, von der allerdings derzeit nur die seitlichen Zugänge bekannt sind.

Um 750 war Bonifatius, der sogenannte „Apostel der Deutschen“, Erzbischof von Mainz. Unmittelbar nach seinem Märtyrertod setzte besonders in Mainz und im Kloster Fulda die Verehrung des Heiligen ein. Die Ausmaße seiner Bischofskirche, in der der Tote aufgebahrt und gewaschen wurde, lassen sich heute auf Grund der Baumaßnahmen der 1950er Jahre nicht mehr genau rekonstruieren. Sicher ist, dass die in sich stimmigen Bauteile nicht zeitgleich einzuordnen sind, also wohl nach und nach der Dom in seinen heutigen Abmessungen errichtet wurde.

Laut Widukind von Corvey brachte Erzbischof Hatto I. (Bischof von 891-913) dem „Dom von Mainz durch einen edlen Bau Glanz“. Möglicherweise berichtet Widukind mit dieser Notiz vom Teilabriss und Erneuerung der im Ostchor erhaltenen Architektur, die naturwissenschaftliche Untersuchungen in das 10. Jahrhundert ansiedeln.